Lauftipps für die Kalte Jahreszeit

Nachdem wir „Schneechaos“ und „Sibirische Kälte“ anscheinend überlebt haben und sich diese „Ausnahmestadien“ jedes Jahr wiederholen und Millionen von Menschen in ihrer Freiheit einschränken und quälen, warum also nicht aus der 32 Grad warmen Wohnung raus und etwas Laufen gehen?!

Das beschriebene Phänomen nennt sich „Winter“. In Mitteleuropa wiederholen sich dieses Ereignis jedes Jahr aufs Neue. Wir müssen also lernen damit zu leben.

Im Winter sind wir weniger aktiv als im Sommer und verbringen noch mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Zum einen ist diese Ruhephase im Jahr eine natürliche Sache (es gibt genügend Tiere, die einen Winterschlaf halten) und wir sollten sie akzeptieren.

Zum anderen schadet es nicht, sich öfters an der frischen Luft aufzuhalten und die wenigen Sonnenstrahlen einzufangen. Das Sonnenlicht führt zur Hormonausschüttung und macht glücklich. Um im Sonnenschein oder wenigstens im Hellen zu Laufen bleiben uns aber nur 8 Stunden. Aber auch ohne Sonne und im dunklen lässt es sich ideal Joggen. Der Schnee reflektiert künstliches Licht und das Mondlicht ideal man braucht kaum eine Taschenlampe.

Außerdem dämpft der Schnee sämtliche Geräusche und es lohnt sich die Kopfhörer abzunehmen und vollkommene Stille zu genießen!

Auf was müssen wir besonders achten?

1. Maßnahmen gegen Auskühlung

Da es meist recht kalt ist, kühlen wir viel schneller aus. Um dem vorzubeugen hilft neben der Bewegung passende Laufbekleidung. Diverse Discounterketten bieten sehr günstig wirklich gute Joggingbekleidung für den Winter an. Enge Jogginghosen mögen dem Modebewussten nicht gefallen, sind aber sehr praktisch. Meist benötigen wir keine lange Unterhose, da die Beinmuskulatur ständig arbeitet und es immer schön warm bleibt. Jogginghosen mit Windschutz auf der Frontseite bieten sich besonders bei tieferen Temperaturen an, da besonders Wind und die bewegte Luft (Ventilation) den Körper sehr schnell auskühlt. (weitere Infos gibt es in sog. „Windchill Tabellen“ der US Army bzw. Bundeswehr)

Advektion, also der Auskühlung durch andere Körper, wie den Boden, müssen wir nur bedingt bekämpfen, da wir ja laufen und nicht herumstehen oder liegen. Diverse namhafte Hersteller haben gute Trekkingschuhe für Läufer entwickelt, die neben mehr Gripp auch besser Isolieren. Ein dickeres paar Socken reicht aber meist völlig aus!

Den Oberkörper packen wir idealerweise atmungsaktiv und mittelwarm ein. Funktionswäsche, die den Schweiß vom Körper wegtransportiert, ist ideal. Darüber kommt eine Mischung aus Wärmender, windabweisender und wasserabweisender Jacke. Man kann auch im Regenjacke Joggen. Hält die Wärme drinnen und die kalte Feuchtigkeit von außen ab. Aber der Schweiß bleibt auch in der Plastiktüte.

Es kann durchaus mal passieren, dass man im Wald eine große Pfütze übersieht und im Eis Wadentief einbricht, Hose und Schuhe samt Socken sind nass. Wer stehen bleibt verliert. Weiterjoggen – ist erstmal nur Wasser und wird erst später Eis. 😉

Allgemein kann man sich wieder in Ausrüstungsorgien verlieren. Fakt ist, dass man sehr viel Wärme produziert und weniger manchmal mehr ist. Ich Jogge mit BW Tropenshirt/Longsleeve und einem Laufanzug von Aldi… Kostenpunkt 30-40 Euro.  Man sollte sich nicht nach der gefühlten Temperatur richten, sondern immer etwas kühler anziehen, sodass man im Stehen leicht friert. Wer sich zu kalt anzieht, läuft dafür vielleicht die Zeit seines Lebens.

Viel wichtiger ist es eine Mütze zu tragen! Grund hierfür ist weitgehend bekannt – größte Wärmeabgabe des Körpers über den Kopf. Wenn es doch mal zu warm ist, nicht gleich die Mütze runter, sondern im Sean Connery Style Mütze nach oben über die Ohren rollen. Handschuhe sind ebenfalls angebracht, da man in den Finger eine erhöhtes Wärmeempfinden hat. Hier reichen bereits dünne Unterziehhandschuhe. Ebenfalls sinnvoll ist ein Neck Gaiter bei starkem Wind.

2. Muskeln, Sehnen, Bänder

Aufwärmen und Dehnen ist Pflicht! Unbedingt dehnen und langsam und locker loslaufen, bevor man sein Training zu 100% beginnt. Die Muskeln, Sehnen und Bänder sich noch „kalt“. Bei noch mehr Kälte, werden sie steifer und damit anfälliger für Verletzungen. Außerdem sollte man sein Jahresleistungshoch nicht in den Winter legen.

3. Schneeglätte

Im frischen Schnee läuft es sich angenehm und weich, wenn auch etwas kälter. Aber es kann auch mal glatt werden. Deshalb Augen auf, langsamer,  und kontrolliert die Schritte setzen. Besonders Innen- und Außenbänder des Fußen und Knies sind dabei besonders gefährdet. Das Gewicht möglichst „in der Luft“ halten und somit nicht komplett auf einen Fuß bringen. Gutes Schuhwerk kann hier viel helfen.

4. Sonstiges

– Gesicht vorher mit einer Fettcreme eincremen – Kälte macht die Haut trocken und porös – Fett wirkt isolierend und pflegend

– Die Trinkblase selbst friert nicht so schnell ein – der Schlauch aber umso schneller. Deshalb Wasser zurückpusten.

– Schnee macht in Verbindung mit Sonnenschein „schneeblind“ – Sonnenbrille tragen

– Müsliriegel frieren ein – am Körper tragen

-Erst gegen den Wind laufen, danach mit dem Wind laufen.

– Wege genau kennen (markante Gebäude, Bäume, Felsen, etc. merken)

Laufen im Winter kostet oftmals Überwindung – aber es lohnt sich. Ihr seht eure Joggingrunde mit anderen Augen, wer ländlicher Joggt genießt die Stille und ihr bleibt auch im Winter fit im Kampf gegen Plätzchen und Weihnachtsgans. Im Winter ruhig einen Gang runter schalten – Ein Bänderriss bei ner super Zeit bringt einem nichts.

Natürlich könnt ihr auch im Winter Laufen mit einem anderen Workout kombinieren (Liegestütze, Klimmzüge etc.)!

Viel Spaß im Schnee!

Ich übernehme keine Verantwortung für eventuelle psychische oder Physische Schäden. Ausführen auf eigene Gefahr unter Achtung des jeweils geltenden Rechts.

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