Moral, Ethik und necessary evil – Teil 2 – “Black & White”

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Teil 2 zum Thema “Mindset” – Moral, Ethik, Notwendiges Übel (necessary evil).

Es handelt sich hierbei um eine Sicht der Dinge – Diskussionen, Kritik und Fragen sind somit gerne gesehen.

In Teil 1 haben wir feststellen müssen, dass ALLES relativ ist; wir Menschen dazu „verflucht“ sind nichts absolut sehen zu können und somit niemals in der Lage sein werden 100% gerecht zu sein – wobei das wiederum auch nur eine Ausrede ist, um sich selbst zu schützen. Aus der Tatsache, dass alles relativ ist, leitet sich somit ab, dass sämtliche Definitionen von Dingen (die nicht vom Menschen erschaffen wurden) hinfällig sind. Eine Definition lebt von einem klaren absoluten Standpunkt. Würden wir nach dieser Devise leben und Entscheidungen treffen – wir würden uns wahrscheinlich selbst verlieren, verrückt werden oder niemals Entscheidungen treffen – urteilen.

Zu urteilen, zu entscheiden, Richtig und Falsch, Ursache und Wirkung zu verwechseln etc. scheint also auch unser Fluch zu sein. (Das scheint uns vom „Göttlichen“ abzugrenzen – paradise lost).

Wir müssen zwangsläufig einen Mittelweg finden. Wie dieser Mittelweg ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Er bedeutet langfristiges Glück, Stärke, mit gutem Gewissen leben, usw. Aus meiner Erfahrung läuft es aber immer auf´s selbe hinaus: Gleichgewicht. Dazu später mehr.

Vorutreile

Das Wort Vorurteile ist (leider) negativ belegt. Dabei nutzen wir Vorurteile tausende Mal am Tag, um Entscheidungen zu treffen. Vorurteile erlangt man sinnvollerweise durch Erfahrung.

Die Heise Herdplatte ist ein Vorurteil – wir haben bereits vorher geurteilt, dass die Herdplatte im heißen Zustand „nicht gut“ ist. Der Grund: Wir haben als Kind die Erfahrung gemacht, dass es zu Verbrennungen der Haut kommt, wenn wir diese länger berühren. Eine Erfahrung, die wir (recht sicher, weil mit Schmerzreiz verbunden) tief in uns abgespeichert haben. Es entsteht ein „Vorurteil“ – beim nächsten Mal müssen wir nicht erneut diese Erfahrungen machen, sondern lediglich auf unseren Erfahrungsspeicher zurückgreifen. Vorurteile helfen uns also unseren Alltag schneller, effektiver, effizienter und ohne ständiges Nachdenken zu meistern.

Warum die Herdplatte in heißen Zustand „nicht gut“ ist entzieht sich bei genauerer Betrachtung unserer Logik, denn können Herdplatten gut und böse sein? Je nachdem was man mit ihnen machen möchte. Schon wieder sind wir in einer Relation gefangen.

Wollen wir auf der Herdplatte Wasser erhitzen ist eine heiße Herdplatte „gut“. Ist die Herdplatte einfach nur heiß und wir haben keinen Verwendungszweck stellt diese für uns eine Gefahrenquelle dar und sie ist „böse“.

Vorurteile entziehen sich der Rationalität. Meistens findet man Vorurteile im Sozial-Psychologischen Umfeld sprich in der Gesellschaft und Interaktion mit anderen Menschen (und auch Tieren, Pflanzen).

Wir unterscheiden zwischen Rationalen Empfindungen und Emotionalen Empfindungen. Oft stehen beide im krassen Kontext. Der Thematik Emotional vs. Rational bzw. Emotional und Rational widmen wir uns an einem anderen Punkt. Wir lassen diese somit erst einmal außen vor und betrachten die Sache „oberflächlicher“.

Gut = White            Böse = Black         (wobei ich die Farben, welche per Definition keine echten Farben sind, nicht mit negativen Assioationen behaften will. Warum ist Schwarz Böse? Und Weiß Gut? Muss wohl daran liegen, dass wir seit Jahrtausenden die Nacht fürchten und auf den Tag warten. In der Nacht sind wir Menschen anderen Lebewesen grundsätzlich nun mal unterlegen. Ein uraltes (zunächst begründetes) Vorurteil, was wir bereits als kleine Kinder liebevoll durch Monster aus der Dunkelheit und später durch Straßenschläger und Vergewaltiger von der Gesellschaft eingehämmert bekommen. Durch ein Gen 3 Nachtsichtgerät schaut die Sache wiederum ganz anders aus. Wir machen uns den „Schutz“ (Schutz ist grundsätzlich wieder positiv behaftet) der Dunkelheit zu nutze. Jetzt sollte die Verwirrung perfekt sein denn auf einmal ist die Dunkelheit positiv, fast schon Mütterlich/Väterlich behaftet.

Jedes Vorurteil sollte genau durchdacht sein. Die Sache mit der Herdplatte verdient nicht allzu viel Aufmerksamkeit (weil Gegenstände kein Emotionen haben und nicht eigenständig handeln können). Sobald wir aber in Interaktion mit anderen Lebewesen treten haben wir Verantwortung für unsere Meinung, unser Handeln also eben unser Vorurteil ihnen gegenüber.

Uns muss bewusst sein, dass wir über alles und jeden mit Vorurteilen behaftet sind. Wenn wir wirklich nachhaltige, moralisch korrekte und angemessene Entscheidungen treffen wollen (und darum geht es letztendlich immer), um zu Handeln, müssen wir versuchen eine objektive Sichtweise zu erlangen, sprich jedes Vorurteil abzulegen. Das bedeutet NIEMALS statisch zu denken.

Vorurteile haben NUR in Überlebenssituationen oder bei Aktionen niedriger Priorität ihre Daseinsberechtigung, um schneller und effizienter zu Handeln. (siehe Beispiel mit der Herdplatte)

Schwache Menschen handeln nach Vorurteilen. Sie sind nicht anpassungsfähig, haben Angst ihr Weltbild könne einstürzen, wenn sie selbstkritisch nachdenken oder ihre bisherige Meinung über jemanden/etwas ändern müssen.

In Schwarz und Weiß zu denken macht keinerlei Sinn! Es mag einfacher sein, es mag Zeit sparen und sich „richtig“ anfühlen, aber es ist niemals objektiv und erst recht nicht professionell.

Das Leben ist nicht Schwarz und weiß – es hat viele Grautöne. (um bei der Schwarz-Weiß Metapher zu bleiben)

Schubladendenken

Eine typische Folge des „Schwarz-Weiß-Denkens“ ist das sog. „Schubladendenken“. Um die Sache mit dem Leben und tagtäglichen Problemen einfach zu halten, um andere vermeidlich besser einschätzen zu können ordnen wir Dinge nach unserer bisherigen Erfahrung (Vorurteile), unseren Moralischen, Ethischen und Wertesystematischen Bezugspunkten. So entstehen Schubladen und wir brauchen die Dinge/Situationen/Menschen dann nur noch entsprechend einordnen.

Schubladendenken ist Menschlich, gar nicht so „böse“ und letztendlich machen wir es ständig unterbewusst.

Nur lassen sich weder Dinge, noch Situationen geschweige denn Menschen in Schubladen klar einordnen, kategorisieren und eventuell sogar fest wegschließen.

Jede Kategorisierung ist letztendlich ein gut gelungener oder eher hilfloser, verzweifelter Akt die Welt zu begreifen (und wie es im Wort ja schon steckt) und sie zu greifen sprich zu beherrschen.

Gegenstände, Naturgesetze, etc. sind zwar allesamt komplex, aber irgendwie nach physikalischen Gesichtspunkten einigermaßen gut zu begreifen. Hier macht das Schubladen Kategorisierungssystem durchaus Sinn, um dem ganzen Struktur zu geben.

Voraussetzung ist ein ständiges Überprüfen und Überarbeiten unseres Schubladenregisters. Wir dürfen niemals aufhören kritisch nachzuprüfen, ob sich vielleicht etwas in unseren Schubladendefinitionen geändert haben könnte (damit meine ich nicht das Mehrheitswissen – nur weil die Mehrheit sagt, dass etwas richtig oder wahr ist, ist es nicht zwangsläufig wahr! – Mit einer der Größten und Schwerwiegendsten Denkfehler des Menschen und unter „Schwarmintelligenz“ gerne falsch verstanden), ob die Schublade noch passt oder ob wir nicht einfach neu kategorisieren müssen (was wir unterbewusst so und so machen).

Situationen lassen sich wesentlich schwerer nach Schema F aus Schublade D lösen. Hier gilt eine Kombination aus:

1. Standard Prozeduren „SOP´s“ (Standard Operating Procedures) anfertigen. Hierzu gehören Beispielsweise Ausweichdrills.

2. Situation Awareness

3. Improvisation

Umso mehr Erfahrung vorhanden ist, umso besser lassen sich Situationen natürlich meistern. Aber jede Situation ist anders, auch wenn sie zunächst erscheint wie eine bereits da gewesene. (in Punkt Nr. 4 „be adaptive“ werde ich darauf genauer eingehen)

Menschen lassen sich NIEMALS in ein Schubladensystem stecken. Dafür sind sie viel zu komplex und handeln teilweise irrational. Allein aus Menschenwürde hat es kein Mensch verdient in einem Schubladensystem zu landen. Nicht mal ein Taliban, ein Serienkiller, ein Verbrecher. Vieles hat rationale Ursachen.

Menschen sind vermutlich die komplexesten und unbegreiflichsten Wesen in dieser Welt (Extraterrestrisches Leben außen vor Gelassen). Zwar kann man auch bei Ihnen mit SOP´s, angepasster, situationsbedingten OP und Improvisation arbeiten (was letztendlich auch der Fall ist), nur wird der Erfolgsfaktor weitaus geringer sein.

Wenn wir selbst manchmal nicht wissen, warum wir manche Dinge tun, wie soll jemand anderes dann herausfinden, warum wir so agieren und entsprechend reagieren. Egal in welchem Beruf, der Mensch steht (wortwörtlich) immer im Mittelpunkt. Ihn aus der Rechnung zu streichen wäre ein elementarer Fehler.

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Zusammengefasst:

1. Vorurteile/Schubladendenken akzeptieren, sinnvoll nutzen, ständig überprüfen und überarbeiten und wenn möglich ABLEGEN.

2. Vorurteile/Schubladendenken nur bei Dingen maximal Situationen nutzen um Handlungen zu Beschleunigen (Herd, Fahrzeug, Ausweichdrill, etc.) – NIEMALS bei Menschen.

3. Es gibt kein Schwarz und kein Weiß – nur Graustufen!

4. Vorurteile und Schubladendenken ist schwach und nur etwas für schwache Menschen mit (vielen) Ängsten.

5. Nur weil eine Mehrheit sagt es sei richtig, muss es nicht richtig sein. Selbst nachdenken, selbstkritisch sein, Dinge kritisch hinterfragen, Autoritäten hinterfragen.

„Auch HD-TV wird die Menschen leider nicht vom Schwarz / Weiß Denken ablösen.“

copyright by paragreen – inspired by Wit (Thanks!)

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