Review: 5.11 Rapid Assault Shirt Multicam

Combatshirts erfreuen sich insbesondere im Einsatz immer größerer Beliebtheit. Gerade in heißen Regionen und mit Körperschutz sprich Schutzweste bietet sich ein Combatshirt an – ohne dass dabei der Schutz  vernachlässigt wird. (Stichwort Flammenhemmend, UV Schutz, Mechanischer Schutz)


5.11 Tactical Series, weitgehend für Hosen im PMC-Bereich bekannt, hat ein interessantes Combatshirt auf den Markt gebracht, welches eine Alternative zum teureren Crye Combatshirt bietet.

Zunächst hört das Shirt auf den Namen „Rapid Assault Shirt“ und ist z.B. über Best-Equipment.de für 76 Euro beziehbar.

Der erste Eindruck ist gut. Alle Nähte wie von 5.11 gewohnt sauber und präzise genäht. Der Crye Multicamstoff ist fühlt sich sehr robust, wenn auch etwas steif an.

Sofort stechen einem die unterschiedlichen Stoffe ins Auge. Die Stoffübergänge sind mit „Low Profile“ Nahten vernäht, welche wirklich kaum auftragen. Wie robust diese Nähte sind, muss sich noch zeigen.

Grundstoff ist ein leichter „Tropenstoff“ der dem Stoff der Bundeswehr Tropenshirt ähnelt, allerdings etwas dünner ist.

Besagter Crye Multicam Stoff ist etwas steifer, sehr robust und in RipStop Variante gewebt. Die Ellenbogen sind in „Tru-spec“ Manier verstärkt und sitzen wirklich immer an der richtigen Stelle, sind flexibel und stören nicht.

Im Nackenbereich, in den Achseln und an den Körperflanken wird ein leichterer „Netzstoff“ verwendet. Dieser ist im Prinzip Baugleich mit dem Tropenstoff, besitzt aber überall Lüftungslöcher.

Nackenbereich

Auf beiden Oberarmen befindet sich jeweils eine Oberarmtasche. Diese haben genügend Flausch für Hoheitszeichen und andere Patches. Die Taschen fassen alle erforderlichen Utensilien ohne störend aufzutragen. Nettes Detail: Wasserablauföse vorhanden.

Geschlossene Oberarmtasche (mit Multicam-Label)

Geöffnete Oberarmtasche – man beachte die Taschenform rechts unten im Bild

Die Ärmel sind mittels Klett leicht und passgenau einzustellen – lassen sich natürlich auch hochkrempeln.

Das „Rapid Assault Shirt“ besitzt einen Frontzipper bis in etwa Brusthöhe. Der Reißverschluss ist qualitativ hochwertig (YKK) und wurde auch exzellent in das Shirt eingearbeitet. So schützt eine Stoffleiste im Inneren vor unangenehmen Reiben auf der Haut oder am Kinn/Hals.


Praxistest:

Das Shirt wurde während des Trainings (Crossfit – ca. 1,5 Stunden) unter einer Schutzweste getragen. Man kann deutlich die Schweißstellen von Brust, Rücken, Achseln und Nacken erkennen.

Frontansicht (zum Vergrößern Anklicken)

Rückenansicht (zum Vergrößern Anklicken)

Unter der Schutzweste trägt sich das Shirt bei Außentemperaturen von 22 Grad sehr angenehm. Es reibt nirgendwo und bildet auch keine ungewollten Falten im Hals- oder Achselbereich.

Was sofort auffällt ist, dass der Multicam-Stoff wenig Hitze nach außen lässt. Hier schwitzt man sehr schnell. Dafür schützt der Stoff vor jeder Mechanischen Einwirkung (Gestrüpp, Häuserwand, Asphalt…) Die Belüftung im Achsel und Nackenbereich funktioniert ganz hervorragend. Unter der Schutzweste wird es zwar nass und warm, aber es kommt zu keinem Hitzestau und man „schwimmt“ auch nicht im eigenen Schweiß.


Das Shirt trocknet innerhalb von ca. 30-60min bei Raumtemperatur wieder vollständig (21° C, keine Sonneneinstrahlung)

Einziges Manko (bei fast jedem Combatshirt) sind für mich der leichte Verschleiß. Typische Scheuerstellen mit Lochbildung sind Gürtelschnalle und der Achselbereich. Im Achselbereich auf Höhe des Bizeps scheuert die Weste am Shirt. Ob die Low-Profile-Nähte diese Dauerbelastung lange mitmachen wird der Langzeittest zeigen.

Ein weiterer Punkt: Merinowolle wäre toll gewesen. Z. B. das „Claw-Gear“-Combatshirt ist einen Tick besser, was Isolation und Geruchbildung angeht. Dafür segnet Merinowolle auch schneller das Zeitliche und ist erheblich teurer. (Wobei bisher kein Schweißgeruch beim 5.11 festzustellen ist – das Shirt wurde auf der Haut getragen!)

Alles in Allem ist 5.11 mit dem Rapid Assault Shirt ein wirklich solides und gut durchdachtes Combatshirt gelungen. Tolle Qualität, gut ausgesuchte Stoffe und ein einfaches aber praktikables Design. Umso mehr wundert (schreckt) einen das Label „Made in Bangladesh“ (ab).

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