Sicherheit an der Waffe – egal welcher

Immer wieder werden Polizisten, Zivilisten und Soldaten durch die eigene Waffe oder die eines Kollegen, Freundes  bzw. Kameraden angeschossen und so verwundet – in den tragischsten Fällen sogar getötet – wie anscheinend im Dezember letzten Jahres in einem Außenposten der Bundeswehr in Pol-e Chomri/Afghanistan geschehen.

Quelle: dokufoto.de

Wir sprechen hier nicht von der netten Umschreibung der „Bekämpfung eigener Kräfte“ durch die Begriffe „Friendly Fire“ oder „Blue on Blue“. Dies geschieht im Kampf – unbeabsichtigt – weil es durch eine Aneinanderkettung von Fehlentscheidungen, Fehlern oder einfach unglücklicher Umstände zu solchen Tragödien kommt.

Ich möchte an dieser Stelle NICHT auf die zehn ausführlichen Sicherheitsregeln der Bundeswehr eingehen, sondern die VIER Sicherheitsregeln aufzeigen, welche u.a. die Northern Training Group (NTG) bzw. „Feuerkampf und Taktik“ auf der Homepage kurzgefasst beschreibt und welche in den USA an jedem seriösem Schießstand zu sehen sind:

Quelle: feuerkampf-und-taktik.blogspot.com

Die vier grundlegenden Sicherheitsregeln

Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass der sicherheitsbewußte Umgang mit Schusswaffen von vielen Schützen nicht ausreichend beherrscht oder beachtet wird. Dabei soll kein ängstlich übervorsichtiger Umgang mit Waffen kultiviert werden. Es genügt vier grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten und vor allem zu verinnerlichen.

1. Alle Waffen sind immer als geladen zu betrachten und zu handhaben.

Alle Waffen, auch Waffen, die entladen wurden und bei denen eine Sicherheitsüberprüfung durchgeführt wurde, werden weiterhin so gehandhabt als wären sie geladen. Das betrifft insbesondere die Mündungsdisziplin und die Abzugsdisziplin. Es gibt in der Handhabung von Waffen keinen Unterschied zwischen geladenen und ungeladenen Waffen.

2. Mündungsdisziplin. Nie die Mündung auf etwas richten, das man nicht beschießen will.

Die Mündung zeigt immer in eine Richtung, in der sich keine Personen aufhalten. Beim Tragen der Waffe ist die international als Sul-Position bekannte Trageweise zu wählen. Sie ermöglicht sich mit der Waffe zwischen anderen Personen zu bewegen ohne diese mit der Mündung zu bestreichen und gewährleistet gleichzeitig noch eine schnelle Feuerbereitschaft.

3. Abzugsdisziplin. Der Finger berührt den Abzug nur, wenn die Visiereinrichtung auf das Ziel gerichtet ist, das man beschießen will und der Entschluss zum Schießen getroffen wurde.

Will man nicht schießen, berührt nichts den Abzug und der Zeigefinger ist lang am Griffstück (nicht am Abzugbügel oder Magazinschacht) der Waffe.

4. Sich seines Zieles sicher sein und auch des dahinter und davor liegenden Raumes.

Auf dem Schießstand bedeutet das, niemand schießt, ohne sich zuvor davon überzeugt zu haben, dass sich keine Person im Bereich vor der Feuerlinie aufhält. Im Feuerkampf sollte nach Möglichkeit darauf geachtet werden, dass es nicht zu vermeidbarem Beschuss eigener Kräfte und unbeteiligter Personen kommt.

Jeder ist für die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Anderen mitverantwortlich.

Quelle: feuerkampf-und-taktik.blogspot.com

Dem ist hinzuzufügen, dass diese Regeln ebenfalls für Airsoft, Paintball und andere Trainingswaffen gelten sollten!

Natürlich handelt es sich dabei um nicht-lethale Waffen, die speziell im Training (Force on Force) genutzt werden (z.B. um die „21-Foot Rule“ in der Praxis zu trainieren (NTG-Blog).

Aber ganz nach dem Motto „train as you fight“ sollten auch im Umgang mit diesen Waffen oben genannte Sicherheitsgrundsätze unbedingt eingehalten werden!

Weiterführende Links:

Feuerkampf und Taktik – Blog

Northern Training Group

2 Gedanken zu “Sicherheit an der Waffe – egal welcher

  1. Hallo,

    nur als Nebenbemerkung: Die Bundeswehr verabschiedet sich mit ihrem neuen Schießausbildungskonzept auch von den alten Sicherheitregeln und beschränkt sich auf die 4 im Artikel angesprochenen.

    Gruß,
    Horvath

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