Allroundsport Schwimmen

Schwimmen wird oftmals auch im Militär als Ganzkörperfitness stark unterschätzt. Außer beim Deutschen Sportabzeichen kommt der durchschnittliche Soldat meistens nur in der Allgemeinen Grundausbildung (Feststellung Schwimmfähigkeit) aktiv mit dem nassen Element in Berührung.

Aber nicht erst bei der Gewässerüberquerung mit Zeltbahnpacket wird man sich darüber ärgern nie etwas mehr Zeit mit/in dem Lebenselement Nr. 1 verbraucht zu haben.

Und die Wahrscheinlichkeit Baden gehen zu müssen ist nicht gerade gering – 71% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt.

Eigentlich Schade, da Schwimmen ein komplettes Ganzkörperworkout sein kann.

Beim Schwimmen ist das Herz-Kreislauf System gefordert, die Lunge wird aktiv trainiert, die Muskeln des Ober und Unterkörpers werden trainiert. Ein Kraft-Ausdauertraining verbunden mit Technik, aber auch Gleichgewicht und Beweglichkeit.

Riesengroßer Vorteil: Extrem niedrige Belastung der Gelenke – also auch ideal geeignet, wenn man etwas zu viel auf den Rippen hat. (was ja bei nicht gerade weniger Soldaten zutrifft)

Ausrüstung

Zum Schwimmen braucht ihr:

Badehose

ob sexy blaue BW Badehose oder Shorts, ist egal. Mehr Stoff bedeutet mehr Wiederstand. Ich persönlich schwimme mit Oakley Surfshorts – also etwa mehr am Mann. Wer auf Retro und Navy Seals steht, dem sei diese „Badehose“ ans Herz gelegt: Seal Swim Trunks (Spartan.at Blog)

Schwimmbrille

Dabei solltet ihr euch im Laden ruhig etwas Zeit bei der Auswahl nehmen. Eine Schwimmbrille darf ruhig bis zu 30 Euro kosten. Sie hält sehr lange. Aktuell sehr beliebt und angenehm sind Schwimmbrillen im Taucherbrillendesign (also Googles). Achtet bei der Auswahl besonders auf Passform und sitz (Nase, Kopfband, Augenmuschelränder).

Handtuch, Badeschlappen und Duschgel sind selbstverständlich.

Nehmt euch zum Training immer normales Trinkwasser und eine Banane oder Powerriegel mit. Nicht vergessen: Nicht mit leeren oder vollen Magen ins Wasser gehen.

Technik

Die richtige Technik spart Kraft, Luft und man kommt schneller voran. Ob Brust oder Kraulen (oder Freistil) durch eine gute Technik kann man beim Schwimmen sehr viel schneller und besser werden. Man muss kein Muskelberg sein, um 1000m Brust in unter 16 min zu schwimmen.

Technik bedeutet immer wieder lernen und verbessern. Geht mit Freunden/Kameraden ins Schwimmbad und lasst euch beim Schwimmen filmen. Somit könnt ihr an eurem Schwimmstil arbeiten. Im Internet findet man auch hierzu sehr viele Videos und Erklärungen. Also nicht aufgeben, wenn man nach 50m Kraulen kaputt ist. Übung macht den Meister.

Hier ein paar gute Informationen zu Schwimmtechniken (Brust und Kraul):

Technik Kraul (sportpädagogik.ch)

Technik Brustschwimmen (svl.ch)

Michael Phelps Kraulstil

Mark Foster Kraulstil

Unterwasser Schwimmen (Stew Smith)

Training

Wir haben bereits festgestellt, dass Schwimmen sehr Verletzungsarm und Gelenkfreundlich ist. Es gibt aber noch weitere Vorteile: Aktive Kühlung (außer man schwimmt im Thermalbad) – kein Schweiß, relativ Gewichtunabhängig (im Wasser ist man recht schwerelos – ideal bei Übergewicht).

Das Training kann trotzdem sehr Kräfteraubend und erschlagend sein, wenn man es richtig durchführt. Hier gibt es eine unendliche Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten. Besonders effektiv sind Kombinationen z.B. Laufen + Schwimmen oder Kraftübungen + Schwimmen.

Perfect Pushup

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OOb9-0WO11U]

Dazu braucht man kein „Perfect Pushup“ Trainingsgerät – ich nenne die Übung trotzdem so.

100m Kraul – 30 Pushups am Beckenrand – 100m Kraul – 30 Pushups – ….

Wohin das führt brauche ich keinem zu sagen. Sehr effektive Übung. Die 100m Kraul sollten ordentlich und schnell durchgeführt werden.

Swim PT und Combat Swimmer Stroke

Auch hier wieder selbsterklärend ein Video von Stew Smith

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SnI8wE5fJXk]

Schwimmtraining

200m lockeres Einschwimmen – Brust, Kraul

500m Brustschwimmen – 1 min Pause – 500m Kraulschwimmen – 1min Pause – 500m Brustschwimmen – 1min Pause –  500m Kraulschwimmen

400m Hände auf den Rücken und per Brust/Delphinschlag schwimmen

500-1000m Flossenschwimmen

6x 25m Streckentauchen – 200m Waltauchen (dabei taucht man Wellenförmig das Becken entlang. Wasseroberfläche – Boden – Wasseroberfläche – Boden etc. Beim Auftauchen nur EIN Atemzug, danach wieder abtauchen. Das ganze möglichst elegant)

10x 100m Kraul Perfect Pushups

Je 50m Brustschwimmen Sprint und 50m Kraul Sprint – anschließend lockeres Ausschwimmen bzw. Tauchen Relaxion

Zeitansatz: 2,5 Stunden

Kleiderschwimmen

Selbsterklärend. Gibt Baumwollkleidung zum Kleiderschwimmen, welche man sich in Schwimmbädern ausleihen kann (weiße Kombis). Aber unbedingt nachfragen, da Kleiderschwimmen nicht selbstverständlich ist! In Badeseen natürlich auch einfach die Uniform (Taschen leeren!!)

Flossenschwimmen

Sehr gutes Beintraining. Es gibt kurze Stummelflossen, ebenso wie normale Taucherflossen (Hart und Weichflossen). In den meisten Schwimmbädern erlaubt, aber sicherheitshalber nachfragen. Ich nutze Weiche Taucherflossen (ohne Füßlinge) der Firma Mares.

Wichtig: Idealerweise alleine auf einer Bahn! Flossen im Gesicht sind unangenehm.

Hierzu eignen sich auch folgende Schwimmstile – eingesetzt und entwickelt (?!) von den Navy Seals. Ideal auch, um im Meer oder in Seen zu schwimmen, da man die Umgebung immer im Blick hat.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=jxcgmHBE6k8&feature=fvw]

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SnI8wE5fJXk] (Combat Swimming stroke)

Wer also einmal die Woche 2,5 Stunden ins Schwimmbad geht, hat ein Ganzkörperworkout ohne Gelenkbelastung. Und zum Abschluss einen Saunagang für Körper und Geist.

Viel Spaß beim Trainieren!!

(Ich übernehme keine Verantwortung für eventuelle psychische oder Physische Schäden. Ausführen auf eigene Gefahr unter Achtung des jeweils geltenden Rechts.)

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